Atemkalk im Rebreather: Wie Sofnolime CO₂ entfernt
Wenn du einen Closed Circuit Rebreather tauchst, weißt du wahrscheinlich bereits, dass der Atemkalk das Kohlendioxid aus dem Atemkreislauf entfernt. Aber wie funktioniert ein Atemkalk Rebreather eigentlich auf chemischer Ebene? Wohin verschwindet das CO₂? Warum wird der Scrubber warm? Und warum ist Sofnolime irgendwann verbraucht?
Die zentrale Idee ist einfach: Der Atemkalk in einem CCR filtert Kohlendioxid nicht einfach mechanisch aus dem Atemgas.
Er entfernt CO₂ durch eine chemische Reaktion.
Wenn das ausgeatmete Gas durch den Scrubber strömt, reagiert das Kohlendioxid mit dem Atemkalk. Bei einem mit Sofnolime gefüllten Atemkalk Rebreather wird das CO₂ letztlich überwiegend in Calciumcarbonat innerhalb des Absorbermaterials umgewandelt.
Wer diesen Prozess versteht, versteht auch besser, warum die Scrubberkapazität begrenzt ist, warum Wärme entsteht, warum die Befüllung wichtig ist und wie es zu einem CO₂-Durchbruch kommen kann.
Falls du Teil 01 dieser Serie noch nicht gelesen hast, beginne zuerst mit Wie funktioniert ein CCR?, bevor wir uns jetzt genauer mit dem Atemkalk beschäftigen.
Warum braucht ein CCR einen CO₂-Absorber?
Der menschliche Körper verbraucht Sauerstoff und produziert als Teil des normalen Stoffwechsels Kohlendioxid.
Beim Open-Circuit-Tauchen wird das ausgeatmete Gas an die Umgebung abgegeben. Das produzierte CO₂ verlässt das Atemsystem zusammen mit dem ausgeatmeten Gas.
Ein Closed Circuit Rebreather funktioniert anders. Der größte Teil des Atemgases bleibt im Kreislauf und wird erneut verwendet. Deshalb muss ein CCR kontinuierlich zwei Veränderungen ausgleichen:
- Sauerstoff wird vom Taucher verbraucht.
- Kohlendioxid wird vom Taucher produziert.
Der CCR ersetzt den verbrauchten Sauerstoff und entfernt das produzierte CO₂.
Genau hier kommt der Atemkalk im Rebreather ins Spiel: Der Scrubber übernimmt die Entfernung des Kohlendioxids aus dem Atemkreislauf.
Ohne eine effektive CO₂-Entfernung würde sich Kohlendioxid zunehmend im Loop ansammeln. Der Scrubber ist deshalb kein optionaler Filter, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Lebenserhaltungssystems eines CCR.em.
Was ist Sofnolime?
Sofnolime ist ein kommerzieller Soda-Lime-CO₂-Absorber, der in Kreislauf-Atemsystemen eingesetzt wird, darunter auch Tauchrebreather.
Die für das Tauchen verwendeten Sorten bestehen aus einem körnigen chemischen Absorbermaterial, dessen Zusammensetzung hauptsächlich auf Calciumhydroxid, Wasser und kleineren Mengen starker Alkalien basiert, die die Entfernung von Kohlendioxid unterstützen.
Für einen CCR-Taucher ist es hilfreicher, den Scrubber als chemisches Reaktionsbett zu verstehen als als klassischen Filter. Das Atemgas strömt zwar physisch durch die Zwischenräume zwischen den Granulaten, aber das CO₂ wird nicht entfernt, weil es dort einfach hängen bleibt.
Stattdessen geht Kohlendioxid innerhalb des feuchten Absorbermaterials eine chemische Reaktion ein. Korngröße, Granulatgeometrie, Scrubberkonstruktion und Befüllung beeinflussen deshalb, wie effektiv das Gas mit aktivem Atemkalk in Kontakt kommt.
Aus diesem Grund sollte immer die Atemkalksorte verwendet werden, die vom Hersteller des jeweiligen Rebreathers vorgeschrieben oder freigegeben ist, anstatt davon auszugehen, dass jedes Soda-Lime-Produkt in jedem Scrubber gleich funktioniert.
Wie funktioniert der Atemkalk im Rebreather?
Der Prozess beginnt, wenn CO₂-reiches Ausatemgas in den Scrubber gelangt und durch das Atemkalkbett strömt. Das Absorbermaterial enthält die chemischen Bestandteile und die notwendige Feuchtigkeit, damit Kohlendioxid aus dem Atemgas entfernt werden kann.
Entscheidend ist, dass das CO₂ nicht einfach aus dem Loop verschwindet. Es wird chemisch umgewandelt und anschließend Teil der Reaktionsprodukte innerhalb des Scrubbers.
Wohin verschwindet das CO₂ tatsächlich?

Wenn das ausgeatmete Kohlendioxid die feuchte Umgebung an der Oberfläche der Atemkalkkörner erreicht, gelangt es in die dort vorhandene wässrige Phase und nimmt anschließend an mehreren chemischen Reaktionen teil.
Vereinfacht lässt sich der Gesamtprozess so darstellen:
CO₂ + Ca(OH)₂ → CaCO₃ + H₂O + Wärme
Der tatsächliche chemische Ablauf enthält mehrere Zwischenschritte, für das grundlegende Verständnis eines CCR-Tauchers ist jedoch vor allem das Endprodukt Calciumcarbonat relevant.
Das Kohlendioxid wurde also nicht einfach innerhalb des Scrubbers eingeschlossen. Es hat an einer chemischen Reaktion teilgenommen, bei der reaktionsfähiges Absorbermaterial verbraucht wurde.
Genau das erklärt den ersten wichtigen Punkt: Die Kapazität eines Scrubbers ist begrenzt, weil nur eine bestimmte Menge reaktionsfähigen Materials zur Verfügung steht.
Warum wird der Atemkalk im Rebreather warm?

Die chemische Reaktion, durch die Kohlendioxid entfernt wird, ist exotherm. Das bedeutet, dass während der Reaktion Wärme freigesetzt wird.
Während CO₂ aus dem Atemgas entfernt wird, wird deshalb der Bereich des Scrubbers wärmer, in dem die Reaktion gerade besonders aktiv stattfindet. Dadurch kann sich während des Betriebs ein messbares Temperaturprofil innerhalb des Absorberbettes entwickeln.
Einige Rebreather-Systeme können Temperaturinformationen nutzen, um Rückschlüsse darauf zu ermöglichen, wie sich die aktive Reaktionsregion durch das Scrubberbett bewegt.
Die vorhandene Wärme sollte jedoch nicht als Grundlage dafür dienen, eigene Scrubberlaufzeiten zu berechnen oder Herstellergrenzen zu ersetzen. Für den Betrieb bleiben die getesteten Verfahren und Laufzeitangaben des jeweiligen Herstellers entscheidend.
Für das technische Verständnis ist vor allem wichtig, warum Wärme entsteht: Die Entfernung des Kohlendioxids ist ein chemischer Prozess, bei dem Energie freigesetzt wird.
Warum wird nicht der gesamte Atemkalk gleichzeitig verbraucht?
Das gesamte Absorberbett wird nicht gleichzeitig und gleichmäßig verbraucht. Das CO₂-reiche Atemgas erreicht einen Bereich des Atemkalks früher als andere Bereiche, sodass dort auch früher ein Teil der verfügbaren chemischen Kapazität genutzt wird.
Während dieser Bereich zunehmend reagiert und seine nutzbare Kapazität verliert, bewegt sich die Zone, in der die aktive CO₂-Entfernung stattfindet, allmählich weiter durch das Scrubberbett.
Vereinfacht kann man sich den Gasweg so vorstellen:
CO₂-reiches Gas → bereits genutzter Atemkalk → aktive Reaktionszone → frischer Atemkalk → CO₂-ärmeres Gas
Diese wandernde Reaktionsregion verbindet die Chemie unmittelbar mit der Konstruktion des Scrubbers. Gasführung, Geometrie und Befüllung bestimmen mit, wie effektiv das vorhandene Absorbermaterial genutzt werden kann.
Was bedeutet Scrubber-Durchbruch?
Mit zunehmender Nutzung wird immer mehr reaktionsfähiges Absorbermaterial verbraucht. Dadurch steht weniger frischer Atemkalk zur Verfügung, um das mit jedem Atemzug eintreffende Kohlendioxid zu entfernen.
Wenn CO₂ beginnt, das Absorberbett zu passieren, ohne ausreichend entfernt zu werden, spricht man von einem CO₂-Durchbruch beziehungsweise Scrubber Breakthrough.
Ein Durchbruch sollte nicht so verstanden werden, als würde ein Scrubber bis zu einem bestimmten Moment perfekt funktionieren und danach schlagartig aufhören. Vielmehr erreicht das Absorberbett einen Zustand, in dem es unter den vorhandenen Betriebsbedingungen nicht mehr in der Lage ist, das eintreffende Kohlendioxid ausreichend zu entfernen.
Das ist einer der Gründe, warum Taucher keine eigenen Laufzeitregeln allein daraus ableiten sollten, wie lange ein Scrubber bei einem früheren Tauchgang funktioniert hat. Die getesteten Herstellergrenzen beruhen auf definierten Bedingungen, und die tatsächliche Scrubberleistung wird von mehr Faktoren beeinflusst als nur von der vergangenen Zeit.
Regeneriert sich gebrauchter Atemkalk über Nacht?
Teilweise verwendetes Sofnolime wird nicht wieder zu frischem Absorbermaterial, nur weil der Scrubber über Nacht nicht benutzt wurde.
Eine Ruhephase kann bestimmte Bedingungen innerhalb eines teilweise verwendeten Scrubberbettes verändern, sie kehrt jedoch die chemische Reaktion nicht um, die bereits stattgefunden hat. Calciumhydroxid, das zu Calciumcarbonat umgesetzt wurde, verwandelt sich durch eine Pause nicht wieder in unbenutzten Atemkalk.
Für den CCR-Taucher ist deshalb wichtig, zwischen Veränderungen innerhalb eines teilweise verwendeten Scrubbers und einer tatsächlichen Regeneration der chemischen Kapazität zu unterscheiden. Letztere findet durch einfaches Lagern nicht statt.
Lagerung und Wiederverwendung eines teilweise verwendeten Scrubbers müssen deshalb immer nach den Vorgaben des jeweiligen Rebreather-Herstellers erfolgen.
Welche Faktoren beeinflussen die Scrubberleistung?
Wer die grundlegende Chemie versteht, erkennt schnell, warum sich die Leistung eines Scrubbers nicht auf eine einzige universelle Stundenangabe reduzieren lässt.
Die chemischen Eigenschaften des Absorbermaterials sind nur ein Teil des Systems. Ebenso wichtig sind die Menge an eintreffendem CO₂, die Gasführung durch den Scrubber, die Umgebungstemperatur und der physische Zustand des Absorberbettes.
Die wissenschaftliche Literatur zur Scrubberleistung zeigt ebenfalls, warum CO₂-Absorption immer im Zusammenhang mit den jeweiligen Betriebs- und Testbedingungen betrachtet werden muss.
Warum sind Korngröße, Scrubberdesign und Befüllung wichtig?
Eine effektive CO₂-Entfernung setzt voraus, dass das Atemgas ausreichend Kontakt mit aktivem Absorbermaterial hat. Größe und Form der Granulate beeinflussen unter anderem die verfügbare Oberfläche, das Packungsverhalten und den Widerstand, den das Gas beim Durchströmen des Scrubbers überwinden muss.
Auch das Design des Scrubbers bestimmt, wie das Atemgas durch das Absorberbett geführt wird. Im Idealfall strömt es so durch den Atemkalk, wie es vom Hersteller vorgesehen wurde, sodass die vorhandene Kapazität möglichst effektiv genutzt wird.
Entsteht innerhalb des Absorberbettes ein unbeabsichtigter Weg mit geringerem Widerstand, kann das Gas bevorzugt durch diesen Bereich strömen und dadurch weniger Kontakt mit aktivem Atemkalk haben. Dieses Phänomen wird häufig als Channeling oder Kanalbildung bezeichnet.
Montage- oder Installationsprobleme können außerdem dazu führen, dass Teile des Gasstroms das Absorberbett teilweise umgehen.
Aus diesem Grund ist das Befüllen eines granularen Scrubbers keine nebensächliche Wartungsarbeit. Vorbereitung, Befüllung, Setzen des Materials, Montage und Installation gehören zum Lebenserhaltungssystem und sollten entsprechend der für den jeweiligen Rebreather vorgesehenen Methode durchgeführt werden.
Warum sind Arbeitsbelastung und CO₂-Produktion wichtig?
Das Kohlendioxid, das der Scrubber entfernen muss, entsteht nicht im Gerät, sondern im Stoffwechsel des Tauchers.
Mit zunehmender körperlicher Belastung steigt in der Regel auch die metabolische CO₂-Produktion. Ein Taucher, der hart schwimmt, gegen Strömung arbeitet oder körperlich anspruchsvolle Aufgaben ausführt, führt dem Scrubber deshalb mehr Kohlendioxid zu als derselbe Taucher bei niedriger Belastung.
Mehr eintreffendes CO₂ bedeutet eine höhere Beanspruchung des Absorbermaterials. Genau deshalb ist die Vorstellung irreführend, dass eine bestimmte Menge Sofnolime unter allen Bedingungen automatisch dieselbe Anzahl an Stunden liefert.
Die Scrubberlaufzeit hängt nicht ausschließlich davon ab, wie viel Atemkalk sich im Canister befindet. Entscheidend ist auch, unter welchen Bedingungen dieses Absorbermaterial arbeiten muss.
Warum spielt die Temperatur eine Rolle?
Auch die Temperatur beeinflusst die Leistung der CO₂-Absorption. Deshalb beziehen sich Herstellerangaben zur Scrubberlaufzeit auf definierte Testbedingungen und sind keine unbegrenzte Garantie für jede denkbare Kombination aus Wassertemperatur, Arbeitsbelastung und Tauchprofil.
Die richtige Schlussfolgerung daraus ist nicht, eigene Temperaturkorrekturfaktoren zu erfinden. Entscheidend ist zu verstehen, warum die Testbedingungen wichtig sind und weshalb die vom Hersteller angegebenen Verfahren und Grenzen eingehalten werden müssen.
Wer die Chemie und die Testbedingungen besser versteht, sollte die Herstellergrenzen nicht weniger ernst nehmen, sondern gerade deshalb besser nachvollziehen können.
Was passiert, wenn Wasser in den Atemkalk gelangt?
Eine gewisse Feuchtigkeit ist für die chemische Funktion von Soda Lime notwendig. Normale Feuchtigkeit innerhalb des Absorbermaterials und ein erheblicher Wassereinbruch in den Scrubber sind jedoch zwei völlig unterschiedliche Situationen.
Atemkalk enthält stark alkalische Verbindungen. Gelangt eine größere Menge Wasser in das Absorberbett, kann eine stark alkalische Flüssigkeit entstehen, die unter Tauchern häufig mit dem Begriff Caustic Cocktail bezeichnet wird.
Dass Wasser grundsätzlich Teil der Scrubberchemie ist, bedeutet also nicht, dass mehr Wasser die Funktion verbessert. Menge und Ort des Wassers sind entscheidend, und eine Überflutung des Scrubbers ist kein normaler Bestandteil der CO₂-Absorption.
Wassereintritt muss deshalb immer entsprechend den Verfahren des jeweiligen CCR-Herstellers behandelt werden. Das Verständnis der Chemie macht deutlich, warum Wassermanagement beim Rebreather Teil des Lebenserhaltungssystems ist und nicht lediglich eine Frage trockener Elektronik.
Warum sollte ein CCR-Taucher die Scrubberchemie verstehen?
Ein CCR-Taucher muss nicht jede einzelne chemische Zwischenreaktion im Sofnolime auswendig lernen. Wichtig ist, die grundlegenden chemischen und physikalischen Zusammenhänge so weit zu verstehen, dass die Verfahren rund um den Scrubber nachvollziehbar werden.
Wer versteht, wie der Atemkalk Kohlendioxid entfernt, kann mehrere wichtige Zusammenhänge miteinander verbinden. Die Scrubberkapazität ist begrenzt, weil reaktionsfähiges Material verbraucht wird. Wärme entsteht, weil die Reaktion exotherm ist. Die aktive Reaktionsregion wandert durch das Scrubberbett, weil nicht das gesamte Absorbermaterial gleichzeitig genutzt wird.
Dasselbe Verständnis erklärt, warum Befüllung und Scrubberdesign wichtig sind, warum eine höhere Arbeitsbelastung die CO₂-Anforderung an das System erhöht, weshalb die Testtemperatur eine Rolle spielt und warum teilweise verwendetes Sofnolime während der Lagerung nicht einfach regeneriert.
Viele Verfahren, die sonst wie einzelne Regeln wirken, ergeben dadurch mehr Sinn. Das Befüllen des Scrubbers ist nicht mehr einfach nur das Einfüllen von Granulat, und eine Herstellergrenze für die Scrubberlaufzeit ist nicht mehr lediglich eine Zahl, die ohne Zusammenhang befolgt werden muss.
Genau dieses technische Verständnis sollte ein CCR-Taucher entwickeln.ständnis weiter vertiefen möchtest, informiere dich über unser CCR- und Rebreather-Training in Dahab.
Häufig gestellte Fragen zu Rebreather-Scrubbern
Wie funktioniert der Atemkalk im Rebreather?
Ein Rebreather-Scrubber führt das ausgeatmete Atemgas durch ein chemisches Absorbermaterial wie Soda Lime oder Sofnolime. Das Kohlendioxid reagiert mit dem Atemkalk und wird letztlich überwiegend in Reaktionsprodukte wie Calciumcarbonat eingebunden, sodass das Atemgas mit deutlich reduziertem CO₂-Gehalt weiter durch den Loop zirkulieren kann.
Ist Sofnolime dasselbe wie Atemkalk?
Sofnolime ist eine kommerzielle Marke für Soda-Lime-CO₂-Absorber. Es gibt unterschiedliche Sorten für verschiedene Anwendungen, weshalb CCR-Taucher die für ihren jeweiligen Rebreather vorgeschriebene oder freigegebene Sorte verwenden sollten.
Filtert Sofnolime CO₂ mechanisch?
Nein. Kohlendioxid wird nicht wie ein Partikel in einem klassischen Filter festgehalten, sondern hauptsächlich durch einen chemischen Prozess entfernt und anschließend in Reaktionsprodukte wie Calciumcarbonat eingebunden.
Warum wird ein CCR-Scrubber warm?
Die chemische Reaktion, mit der Kohlendioxid aus dem Atemgas entfernt wird, ist exotherm. Die entstehende Wärme ist deshalb eine direkte Folge der aktiven CO₂-Absorption innerhalb des Scrubbers.
Regeneriert sich gebrauchtes Sofnolime über Nacht?
Nein. Eine Ruhephase kehrt die bereits erfolgte chemische Umwandlung nicht um. Die Lagerung oder Wiederverwendung eines teilweise verwendeten Scrubbers sollte immer nach den Vorgaben des jeweiligen Herstellers erfolgen.
Was bedeutet CO₂-Durchbruch?
Ein CO₂-Durchbruch entsteht, wenn Kohlendioxid den Scrubber passiert, ohne ausreichend entfernt zu werden. Er tritt auf, wenn die nutzbare Absorberkapazität so weit verbraucht ist, dass der Scrubber unter den vorhandenen Bedingungen die eintreffende CO₂-Menge nicht mehr ausreichend bewältigen kann.
Warum beeinflusst Arbeitsbelastung die Scrubberlaufzeit?
Mit zunehmender körperlicher Belastung steigt in der Regel die metabolische CO₂-Produktion des Tauchers. Dadurch erreicht mehr Kohlendioxid den Scrubber und die verfügbare Absorberkapazität wird stärker beansprucht.
Wer seinen CCR verstehen will, muss den Atemkalk verstehen
Wie funktioniert also ein Atemkalk im Rebreather?
Er ist nicht einfach ein Behälter, der Kohlendioxid auffängt.
Er ist ein chemisches System, in dem CO₂-reiches Ausatemgas durch ein Absorberbett strömt, Kohlendioxid chemisch umgewandelt wird, Wärme entsteht und die nutzbare Kapazität des Atemkalks nach und nach verbraucht wird.
Dieses grundlegende Verständnis verbindet viele Verfahren, die CCR-Taucher bereits kennen: die richtige Auswahl des Atemkalks, korrekte Befüllung, Aufmerksamkeit gegenüber Wassereinbruch, Herstellergrenzen und das Bewusstsein für Arbeitsbelastung und Umgebungsbedingungen.
Der Atemkalkbehälter gehört optisch vielleicht zu den einfacheren Komponenten eines Closed Circuit Rebreathers.
Chemisch übernimmt der Atemkalk im Rebreather jedoch eine der wichtigsten Aufgaben im gesamten Atemkreislauf.
Die Serie „Understanding Your CCR“ geht weiter
Teil 01 — Wie funktioniert ein CCR?
Beginne mit dem kompletten Atemkreislauf und erfahre, wie Sauerstoffersatz, CO₂-Entfernung und Wiederverwendung des Atemgases zusammenspielen.
Als Nächstes: Teil 03 — CCR-Scrubberlaufzeit: Was bestimmt die Atemkalkdauer wirklich?
In Teil 03 schauen wir uns genauer an, welche Faktoren die Scrubberlaufzeit beeinflussen, warum Herstellerangaben an bestimmte Testbedingungen gebunden sind und weshalb eine Angabe wie „X Stunden Atemkalk“ immer im richtigen Kontext betrachtet werden muss.
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Was ist Sofnolime?
Sofnolime ist ein handelsüblicher Atemkalk beziehungsweise Soda-Lime-CO₂-Absorber, der in Kreislauf-Atemsystemen und damit auch in Tauchrebreathern eingesetzt wird.
Die für das Tauchen vorgesehenen Sorten bestehen aus einem körnigen chemischen Absorbermaterial. Die Chemie basiert hauptsächlich auf Calciumhydroxid, Wasser und kleineren Mengen starker Alkalien, die die Entfernung von CO₂ unterstützen.
Für einen CCR-Taucher ist es sinnvoll, den Atemkalk im Rebreather nicht als klassischen Filter zu betrachten.
Ein besseres Modell ist ein chemisches Reaktionsbett.
Das Atemgas strömt physisch durch die Zwischenräume der Granulate. Das Kohlendioxid wird jedoch nicht entfernt, weil es einfach zwischen den Körnern hängen bleibt. Stattdessen geht das CO₂ innerhalb der feuchten Oberfläche des Atemkalks eine chemische Reaktion ein.
Die genaue Atemkalksorte, die Korngröße und die Konstruktion des Scrubbers spielen deshalb eine wichtige Rolle. Taucher sollten ausschließlich das Absorbermaterial verwenden, das vom Hersteller ihres Rebreathers vorgeschrieben oder freigegeben ist.
Wie funktioniert der Atemkalk?
Der eigentliche Prozess beginnt, wenn CO₂-reiches Ausatemgas in den Scrubber des CCR gelangt und durch das Atemkalkbett strömt.
Der Atemkalk enthält die chemischen Bestandteile und die notwendige Feuchtigkeit, damit Kohlendioxid entfernt werden kann.
Beim Atemkalk im Rebreather findet also keine einfache mechanische Filterung statt. Entscheidend ist die chemische Umwandlung des Kohlendioxids.
Wohin verschwindet das CO₂ tatsächlich?

Das ausgeatmete Kohlendioxid erreicht die feuchte Umgebung an der Oberfläche der Atemkalkkörner und löst sich dort in einer dünnen Wasserschicht.
Anschließend nimmt es an einer Reihe basenkatalysierter Reaktionen teil, bei denen letztlich Calciumhydroxid verbraucht wird.
Vereinfacht lässt sich der Gesamtprozess so darstellen:
CO₂ + Ca(OH)₂ → CaCO₃ + H₂O + Wärme
Das wichtigste Reaktionsprodukt für den Taucher ist Calciumcarbonat.
Das CO₂ wurde also nicht einfach zwischen den Sofnolime-Körnern festgehalten. Es wurde chemisch umgewandelt.
Genau deshalb besitzt jeder Atemkalk Rebreather nur eine begrenzte Absorptionskapazität.
Es steht nur eine begrenzte Menge reaktionsfähigen Materials zur Verfügung.
Warum wird der Atemkalk im Rebreather warm?

The Die Reaktion zwischen Kohlendioxid und Atemkalk ist exotherm.
Das bedeutet: Bei der chemischen Reaktion wird Wärme freigesetzt.
Während CO₂ aus dem Atemgas entfernt wird, entsteht deshalb innerhalb des Scrubbers ein Bereich erhöhter Temperatur. Ein aktiver Atemkalk im Rebreather kann während des Betriebs daher ein deutlich messbares Wärmeprofil entwickeln.
Einige CCR-Konstruktionen nutzen Temperaturinformationen, um Rückschlüsse auf die Position beziehungsweise Bewegung der aktiven Reaktionszone im Scrubber zu ermöglichen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Taucher allein anhand der Temperatur seine eigene Scrubberlaufzeit berechnen oder die Herstellerangaben ersetzen sollte.
Der entscheidende Punkt lautet:
CO₂-Absorption erzeugt Wärme, weil eine chemische Reaktion stattfindet.
Warum wird nicht der gesamte Atemkalk gleichzeitig verbraucht?
Das gesamte Atemkalkbett wird nicht gleichzeitig und gleichmäßig verbraucht.
CO₂-reiches Atemgas trifft zunächst auf einen bestimmten Bereich des Absorbermaterials. Dort findet die stärkste Reaktion mit dem eintreffenden Kohlendioxid statt.
Während die nutzbare Kapazität dieses Bereichs verbraucht wird, wandert die wirksame Reaktionszone nach und nach durch den Atemkalk im Rebreather.
Ein hilfreiches vereinfachtes Modell ist:
CO₂-reiches Gas → verbrauchter Atemkalk → aktive Reaktionszone → frischer Atemkalk → gereinigtes Gas
Diese wandernde Reaktionszone ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Funktionsweise eines Scrubbers.
Sie erklärt außerdem, warum die Form des Scrubbers, die Gasführung und die korrekte Befüllung des Atemkalkbehälters so wichtig sind.
Was bedeutet Scrubber-Durchbruch?
Irgendwann wird die nutzbare Kapazität des Absorbermaterials verbraucht.
Während Calciumhydroxid zunehmend in Calciumcarbonat umgewandelt wird, steht immer weniger reaktionsfähiges Material für die Entfernung von neu eintreffendem CO₂ zur Verfügung.
Wenn Kohlendioxid beginnt, den Atemkalk im Rebreather zu passieren, ohne ausreichend entfernt zu werden, spricht man von einem CO₂-Durchbruch beziehungsweise Scrubber Breakthrough.
Ein Durchbruch ist nicht einfach der Moment, in dem irgendein Timer plötzlich auf null springt.
Er ist das Ergebnis eines Atemkalkbettes, das unter den vorhandenen Betriebsbedingungen nicht mehr in der Lage ist, das eintreffende Kohlendioxid ausreichend zu entfernen.
Aus diesem Grund sollten CCR-Taucher keine eigenen Laufzeitregeln entwickeln, nur weil ein Atemkalk bei einem vorherigen Tauchgang eine bestimmte Anzahl von Stunden funktioniert hat.
Die Herstellergrenzen für den Atemkalk im Rebreather beruhen auf definierten Testbedingungen und festgelegten Verfahren.
Regeneriert sich gebrauchter Atemkalk über Nacht?
Nein.
Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass teilweise verwendetes Sofnolime sich während einer längeren Pause irgendwie wieder „auflädt“.
Eine Ruhephase kann bestimmte Bedingungen innerhalb eines teilweise benutzten Scrubbers beeinflussen, sie kehrt jedoch die bereits stattgefundene chemische Reaktion nicht um.
Calciumhydroxid, das in Calciumcarbonat umgewandelt wurde, wird nicht wieder zu frischem Atemkalk, nur weil der Atemkalk im Rebreather über Nacht nicht benutzt wurde.
Praktisch bedeutet das:
Verbrauchte Scrubberkapazität regeneriert sich nicht einfach von selbst.
Die Lagerung und Wiederverwendung eines teilweise benutzten Atemkalkbehälters muss deshalb immer nach den Vorgaben des jeweiligen CCR-Herstellers erfolgen.
Welche Faktoren beeinflussen die Leistung eines Atemkalk Rebreather?
Wer versteht, wie ein Atemkalk im Rebreather funktioniert, versteht auch, warum sich seine Leistung nicht auf eine einzige universelle Stundenangabe reduzieren lässt.
Die Chemie des Atemkalks ist wichtig.
Aber ebenso wichtig sind die Bedingungen, unter denen der Scrubber betrieben wird.
Warum sind Korngröße, Scrubberdesign und Befüllung wichtig?
Die Entfernung von Kohlendioxid hängt davon ab, dass das Atemgas ausreichend Kontakt mit aktivem Absorbermaterial hat.
Größe und Form der Granulate beeinflussen unter anderem die verfügbare Oberfläche, die Packungsdichte und den Atemwiderstand.
Auch die Konstruktion des Scrubbers bestimmt, wie das Gas durch den Atemkalk im Rebreather geführt wird.
Idealerweise strömt das Gas so durch das Atemkalkbett, wie es vom Hersteller vorgesehen wurde, und nutzt das vorhandene Absorbermaterial möglichst effektiv.
Entsteht innerhalb der Befüllung ein unerwünschter Weg mit geringem Widerstand, kann das Gas bevorzugt durch diesen Bereich strömen und damit weniger Kontakt mit aktivem Atemkalk haben.
Dieses Phänomen wird häufig als Channeling beziehungsweise Kanalbildung bezeichnet.
Auch Montagefehler können dazu führen, dass Gas einen Teil des Atemkalkbettes umgeht.
Das Befüllen eines granularen Scrubbers ist deshalb keine nebensächliche Wartungsarbeit.
Es ist ein Verfahren am Lebenserhaltungssystem.
Die korrekte Vorbereitung, Befüllung, Verdichtung, Montage und Installation eines Atemkalk im Rebreather muss immer nach dem Verfahren erfolgen, das für den jeweiligen Rebreather und Scrubber vorgesehen ist.
Warum sind Arbeitsbelastung und CO₂-Produktion wichtig?
Der Scrubber produziert das Kohlendioxid nicht.
Der Taucher produziert es.
Die CO₂-Produktion hängt mit dem Stoffwechsel zusammen. Mit steigender körperlicher Belastung steigt in der Regel auch die metabolische Kohlendioxidproduktion.
Ein CCR-Taucher mit hoher Arbeitsbelastung führt deshalb mehr CO₂ in den Atemkalk im Rebreather ein als derselbe Taucher bei niedriger Belastung.
Mehr CO₂ bedeutet eine höhere Belastung für das Absorbermaterial.
Genau deshalb lässt sich die Scrubberlaufzeit nicht einfach mit einer Aussage wie „diese Menge Sofnolime hält immer X Stunden“ beschreiben.
Die Leistung des Atemkalks hängt von den tatsächlichen Betriebsbedingungen ab.
Warum spielt die Temperatur beim Atemkalk Rebreather eine Rolle?
Auch die Temperatur beeinflusst den Prozess der CO₂-Absorption.
Deshalb beziehen sich Herstellerangaben zur Scrubberlaufzeit auf definierte Testbedingungen und sind keine unbegrenzte Garantie für jede mögliche Wassertemperatur, Belastung oder Tauchgangsplanung.
Die richtige Schlussfolgerung für einen CCR-Taucher besteht nicht darin, eigene Temperaturkorrekturfaktoren für den Atemkalk im Rebreather zu erfinden.
Es geht vielmehr darum zu verstehen, warum die Testbedingungen wichtig sind und warum die vom Hersteller angegebenen Verfahren und Grenzen eingehalten werden müssen.
Wer die Chemie versteht, sollte die Herstellergrenzen ernster nehmen — nicht versuchen, sie zu umgehen.
Was passiert, wenn Wasser in den Atemkalk gelangt?
Eine kontrollierte Menge Feuchtigkeit ist für die Chemie des Atemkalks notwendig.
Eine Überflutung des Scrubbers ist jedoch etwas völlig anderes.
Atemkalk enthält stark alkalische Verbindungen. Dringt eine größere Menge Wasser in den Atemkalk im Rebreather ein, kann deshalb eine stark alkalische Flüssigkeit entstehen, die unter Tauchern häufig als Caustic Cocktail bezeichnet wird.
Mehr Wasser bedeutet nicht bessere CO₂-Absorption.
Eine Wasserintrusion muss entsprechend den Verfahren des jeweiligen CCR-Herstellers behandelt werden.
Auch hier hilft das Verständnis der grundlegenden Chemie: Wassermanagement bedeutet beim Rebreather weit mehr, als lediglich die Elektronik trocken zu halten.
Warum sollte ein CCR-Taucher die Atemkalkchemie verstehen?
Du musst nicht jede einzelne chemische Reaktion im Sofnolime auswendig lernen.
Aber du solltest die grundlegenden Prinzipien verstehen.
Wenn du weißt, wie ein Atemkalk im Rebreather Kohlendioxid entfernt, verstehst du auch:
- warum die Scrubberkapazität begrenzt ist;
- warum der Atemkalk warm wird;
- warum sich eine aktive Reaktionszone durch das Atemkalkbett bewegt;
- warum ein CO₂-Durchbruch entstehen kann;
- warum Befüllung und Scrubberkonstruktion wichtig sind;
- warum eine höhere Arbeitsbelastung den Scrubber stärker beansprucht;
- warum die Temperatur eine Rolle spielt;
- und warum gebrauchtes Sofnolime sich nicht einfach regeneriert.
Dieses Wissen verändert auch die Sicht auf viele CCR-Verfahren.
Das Befüllen des Atemkalkbehälters ist dann nicht mehr einfach nur „den Scrubber füllen“.
Eine Herstellergrenze für die Laufzeit ist nicht mehr nur „irgendeine Zahl, die man einhalten muss“.
Korrekte Montage, Auswahl des Absorbermaterials, Lagerung und Management eines Atemkalk im Rebreather ergeben wesentlich mehr Sinn, wenn du verstehst, was chemisch im Inneren passiert.
Bei Lagona Divers Technical möchten wir CCR-Taucher ausbilden, die ihr Lebenserhaltungssystem und die Gründe hinter den jeweiligen Verfahren verstehen — und nicht einfach nur eine Checkliste auswendig lernen.
Wenn du dieses Verständnis weiter vertiefen möchtest, informiere dich über unser CCR- und Rebreather-Training in Dahab.
Häufig gestellte Fragen zu Atemkalk und Rebreather-Scrubbern
Wie funktioniert ein Atemkalk Rebreather?
Ein Atemkalk Rebreather führt das ausgeatmete Atemgas durch ein chemisches Absorbermaterial wie Soda Lime beziehungsweise Sofnolime.
Das Kohlendioxid reagiert mit dem Atemkalk und wird letztlich hauptsächlich in Calciumcarbonat umgewandelt.
Das vom CO₂ gereinigte Atemgas kann anschließend weiter durch den CCR-Atemkreislauf zirkulieren.
Ist Sofnolime dasselbe wie Atemkalk?
Sofnolime ist eine Marke für Soda-Lime-CO₂-Absorber beziehungsweise Atemkalk.
Es gibt unterschiedliche Sorten für verschiedene Anwendungen. CCR-Taucher sollten deshalb ausschließlich die Atemkalksorte verwenden, die für ihren jeweiligen Rebreather vorgeschrieben oder freigegeben ist.
Filtert Sofnolime das CO₂ mechanisch?
Nein.
Der Atemkalk im Rebreather funktioniert nicht wie ein klassischer Partikelfilter.
Das Kohlendioxid wird hauptsächlich durch eine chemische Reaktion entfernt und letztlich überwiegend in Calciumcarbonat umgewandelt.
Warum wird ein CCR-Scrubber warm?
Die chemische Reaktion, bei der Kohlendioxid durch den Atemkalk absorbiert wird, ist exotherm.
Das bedeutet, dass bei der Reaktion Wärme freigesetzt wird.
Die Wärme ist deshalb eine direkte Folge der Chemie innerhalb des Scrubbers.
Regeneriert sich gebrauchtes Sofnolime über Nacht?
Nein.
Eine Ruhephase kehrt die chemische Umwandlung, die bereits im Atemkalk Rebreather stattgefunden hat, nicht um.
Die Lagerung oder Wiederverwendung eines teilweise benutzten Scrubbers sollte immer entsprechend den Vorgaben des jeweiligen Herstellers erfolgen.
Was bedeutet CO₂-Durchbruch?
Ein CO₂-Durchbruch entsteht, wenn Kohlendioxid den Scrubber passiert, ohne ausreichend entfernt zu werden.
Dies geschieht, wenn die nutzbare Kapazität des Atemkalks zunehmend verbraucht ist und der Atemkalk Rebreather unter den vorhandenen Betriebsbedingungen nicht mehr ausreichend CO₂ entfernen kann.
Wer seinen CCR verstehen will, muss den Scrubber verstehen
Ein Rebreather-Scrubber ist nicht einfach ein Behälter, der Kohlendioxid auffängt. Er ist ein chemisches Lebenserhaltungssystem, in dem CO₂-reiches Ausatemgas durch ein Absorberbett strömt, Kohlendioxid chemisch reagiert, Wärme freigesetzt wird und die verfügbare chemische Kapazität nach und nach verbraucht wird.
Dieser eine Prozess verbindet viele Verfahren, die CCR-Taucher bereits kennen. Die richtige Auswahl des Absorbermaterials, die korrekte Befüllung, Aufmerksamkeit gegenüber Wassereintritt, das Verständnis von Arbeitsbelastung und die Einhaltung der Herstellergrenzen ergeben wesentlich mehr Sinn, wenn klar ist, was im Inneren des Scrubbers tatsächlich passiert.
Der Scrubber wirkt äußerlich vielleicht wie eine der einfacheren Komponenten eines Closed Circuit Rebreathers, weil er weder Display noch Setpoint noch sichtbare elektronische Regelung besitzt. Chemisch erfüllt er jedoch eine der wichtigsten Aufgaben im gesamten Atemkreislauf.
Bei Lagona Divers Technical möchten wir CCR-Taucher ausbilden, die ihr Lebenserhaltungssystem verstehen und nicht lediglich Abläufe auswendig lernen. Training sollte nicht nur vermitteln, wie ein Scrubber befüllt wird oder wie viele Stunden ein Hersteller angibt. Es sollte erklären, warum die korrekte Befüllung wichtig ist, warum die Kapazität begrenzt ist, welche Faktoren die Leistung beeinflussen und weshalb bestimmte Verfahren überhaupt existieren.
Wenn du verstehst, was mit dem CO₂ im Absorbermaterial passiert, ist der Scrubber kein geheimnisvoller Behälter voller Granulat mehr. Er wird zu einem chemischen System, dessen Verhalten, Grenzen und Verfahren nachvollziehbar werden.
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